Literaturhaus Nordhessen e.V.: Literaturbüro  
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Das schwarze Loch - Wandlungen in der Gutenberg-Galaxie
Veranstaltungsreihe des Literaturbüros Nordhessen von April bis November 2010
 

Die Gutenberg-Galaxie befindet sich im Wandel: Google digitalisiert die Weltliteratur. Vielleicht werden neue Lesegeräte in absehbarer Zeit Bücher und Zeitungen überflüssig machen. Und Eltern beklagen, ihre Kinder würden lieber durch digitale Welten bummeln, anstatt zu lesen.

Zugleich werden gegenwärtig so viele Bücher gedruckt wie niemals zuvor. Auch das Hörbuch ist aus der Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken. Blogs, Internetforen und Twitter sind kommunikative Möglichkeiten, die von Millionen Schreibern und Lesern genutzt werden.

Mit der neuen Veranstaltungsreihe unternimmt das Literaturbüro Nordhessen im Jahr 2010 exemplarische Streifzüge durch die Gegenwart und Zukunft des Lesens und der Bücher in einer Zeit grundlegender medialer Umbrüche.

Konzept und Organisation:
Dr. Andreas Gebhardt und Karl-Heinz Nickel


Gefördert durch:
Kulturamt der Stadt Kassel
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

   
 
DAS SCHWARZE LOCH III - Google und die Bücher
Vortrag und Diskussion. Mit Jessica Sänger, Dienstag, 31. August 2010, 20 Uhr, Literaturbüro, Kassel
 

Der Suchmaschinen-Riese Google hat damit begonnen, Buchbestände amerikanischer Bibliotheken einzuscannen und plant nun, diese über das Internet abrufbar zu machen. Autoren und Verleger haben dagegen in den USA Klage erhoben.
Sie werfen Google vor, das Urheberrecht zu verletzen. Google sieht das ganz anders. Mit dem Google-Settlement wurde ein Vergleich zwischen den Interessenvertretern des Urheberrechts und Google geschlossen.
Welche Chancen und Gefahren liegen in der Digitalisierung von Literatur für Autoren und Verlage?

JESSICA SÄNGER, geb. 1976, ist Rechtsanwältin beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt. Dessen Rechtsabteilung vertritt die rechtlichen und rechtspolitischen Interessen der Branche und berät Mitglieder in allen branchenspezifischen Rechtsfragen, vornehmlich auf den Gebieten des Urheber- und Verlagsrechts.

Eintritt:
6 € / 3 € (ermäßigt)
Mitglieder Literaturhaus Nordhessen frei

   
 
DAS SCHWARZE LOCH IV - Das Hörbuch als Kunstform und Massenmedium
Vortrag und Diskussion. Mit Charlotte Drews-Bernstein, Donnerstag, 30. September 2010, 20 Uhr, Literaturbüro, Kassel
 

Ursprünglich waren Hörbücher Medien für Blinde. Als Massenmedium hat sich das Hörbuch erst Anfang der 1990er-Jahre durchgesetzt. Markiert der Aufschwung des Hörbuchs eine Rückkehr zur oralen Vermittlung von Literatur? Oder war der an hohe Erwartungen geknüpfte Boom nur ein Strohfeuer? Und wie steht es um die Qualität der vielfach von namhaften Schauspielern oder den Autoren selbst gelesenen Bücher? Als sehr erfolgreiche und anspruchsvolle Hörbuchproduzentin hat Charlotte Drews-Bernstein das Medium und seinen Markt genau im Blick.

CHARLOTTE DREWS-BERNSTEIN ist Drehbuch-, Hörspiel- und Featureautorin, sowie Hörbuchproduzentin. Sie lebt in Hamburg und hat zahlreiche Hörbücher produziert, z. B. die ungekürzte Lesung von C. M. Wielands "Aristipp" mit Jan Philipp Reemtsma (24 CDs) sowie viele Werke Arno Schmidts mit Reemstma, Bernd Rauschenbach und Joachim Kersten. Ihre Hörspielfassung von Reemtmas "Im Keller" wurde 1998 als "Hörspiel des Jahres" ausgezeichnet. Ihr jüngstes Werk beschäftigt sich mit Peter Rühmkorf, der mit dem Kasseler Literaturpreis für Grotesken Humor ausgezeichnet wurde.

Eintritt:
6 € / 3 € (ermäßigt)
Mitglieder Literaturhaus Nordhessen frei

   
 
DAS SCHWARZE LOCH V - Eine andere Bibliothek. Sprache und Literatur in neueren Medien
Medienausstellung im Kunsttempel, Friedrich-Ebert-Str. 177. Eröffnung: 28. Oktober 2010, 20 Uhr.
 

Die Ausstellung im Kunsttempel zeigt Möglichkeiten, wie Sprache sich über das Buch hinaus präsentiert: als Hörbuch oder als Podcast, als Weblog, SMS, Video oder interaktive Installation. Die Exponate versuchen Antworten auf Fragen zu geben wie: Lässt sich Kafka im E-Book lesen? Was vermittelt die digitale Edition einer mittelalterlichen Handschrift? Treibt die Lyrik als Stiefmütterchen der gedruckten Literatur im Internet ungeahnte Blüten? Gibt es neue Formen von Sprachkunst? Was gibt es an interessanten Informations- und Kommunikationsbörsen? Finden wir in neueren Medien zu einer anderen Sprachkultur?

Dauer der Ausstellung: Bis 21. November In Kooperation mit Kunsttempel und Stiftung Brückner-Kühner e.V.

DR. FRIEDRICH W. BLOCK, geb. 1960, ist Leiter des Kunsttempels und Geschäftsführer der Stiftung Brückner-Kühner in Kassel. Seit 1990 hat er als Kurator international zahlreiche Ausstellungen zur Literatur und Sprachkunst insbesondere auch im Schnittfeld mit neueren Medientechnologien entwickelt.

   
 

 
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